Speeds Arbeit: Eine autistische Intervention in den Arbeitsbegriff - In Zeiten von KI und Robotik

Author: Timothy Speed

ORCID: https://orcid.org/0009-0002-0143-5949

DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.18812661

Zenodo record: https://zenodo.org/records/18812661

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Abstract

Speeds Arbeit stellt einen zentralen Konsolidierungspunkt innerhalb des langfristigen Forschungsprogramms des Autors zu Arbeit, Wert, neurodivergenter Epistemologie und systemischer Gewalt in spätkapitalistischen Gesellschaften dar. Während frühere Werke wie Gesellschaft ohne Vertrauen und Radical Worker grundlegende Kritiken an Vertrauen, Arbeit und institutioneller Macht entwickeln, führt dieser Band diese Stränge zu einer umfassenden, formal ausgearbeiteten Intervention in den Arbeitsbegriff unter Bedingungen von Automatisierung, künstlicher Intelligenz und administrativer Gouvernementalität zusammen. Das Buch verbindet Artistic Research, langfristige empirische Intervention und theoretische Synthese. Es dokumentiert eine zehnjährige, reale Untersuchung von Arbeitsinstitutionen, Wohlfahrtssystemen, Gerichten und Medienorganisationen und behandelt gelebte Konfrontation nicht als anekdotische Evidenz, sondern als epistemische Methode. Die neurodivergente Position des Autors wird nicht als subjektive Einschränkung gerahmt, sondern als strukturell produktive Forschungshaltung, die Formen von Mustererkennung, verkörperter Analyse und Systemdiagnose ermöglicht, die normativen ökonomischen und soziologischen Modellen weitgehend unzugänglich bleiben. Konzeptionell markiert Speeds Arbeit die explizite Integration des MNO-Rahmens des Autors sowie der damit verbundenen operatorbasierten Modelle (einschließlich Wertschwellen, Diversitätsschwellen und des Zyklus von Submergenz–Indimergenz–Emergenz) in eine Theorie der Arbeit, die als relationale, weltkonstituierende Tätigkeit verstanden wird und nicht als marktvermittelte Output-Produktion. Der hier erstmals im vollen Umfang ausgearbeitete Begriff der „work-integrated relational agency“ fungiert als Brücke zwischen früheren Meritokratie-Kritiken und späteren theoretischen Entwicklungen zur Emergenzökonomie, care-zentrierten Wertregimen und postarbeitsgesellschaftlichen Organisationsformen. Innerhalb des Gesamtwerks dient dieser Band sowohl als Synthese als auch als Drehpunkt: Er systematisiert Einsichten, die in früheren Büchern entwickelt wurden, und etabliert zugleich die konzeptionelle Grundlage für nachfolgende Papers sowie rechtstheoretische Texte zu Automatisierung, Neurodivergenz und institutioneller Verantwortung. Das Werk sollte daher nicht als isoliertes Manifest oder autobiografischer Bericht gelesen werden, sondern als zentraler Knoten innerhalb eines nichtlinearen, kumulativen Forschungskorpus. Diese Version als Author Accepted Manuscript wird für wissenschaftliche und forschungsbezogene Zwecke bereitgestellt. Sie unterscheidet sich von der veröffentlichten Buchausgabe in Layout, Satz und Paginierung und ersetzt nicht die kommerziell publizierte Fassung.